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EL MOSQUITO 2 - oder: Der Zorn der Kolonisten bahnt sich einen Weg ! Reactivación Económica = Der wirtschaftliche Aufschwung als Ziel Seit einigen Monaten eskalierte der Streit zwischen Kolonisten und verschiedenen staatlichen Stellen in Asuncion und Encarnacion. Eine bereits auf August vorbereitete tractorazo war damals nach Signalen der Gesprächsbereitschaft aus Asuncion als "letztes Entgegenkommen der Kolonisten" abgesagt worden. Doch als die Gespräche wiederum in gewohnter Weise verschleppt wurden und auch weder Zusagen für die Re-Finanzierung von Altschulden noch konkrete Ergebnisse für die Finanzierung der neuen Landwirtschaftssaison folgten, platzte den Kolonisten der Kragen. Zusätzliche Schikanen (wie bei dem "überbürokratischen" Genehmigungsverfahren für den Brennholztransport) heizten die Stimmung unter den Kolonisten seit Monaten an. Mehr als 150.000 Bauern und Kolonisten haben jetzt die Ruta VI an 11 Stellen zwischen Capitán Miranda und Naranjito aus Protest gegen hohe Zinsen und Behördenwillkür für einen Tag dicht gemacht. Die Tageszeitung ABC Color in Asuncion berichtete sogar von 250.000 agricultores. Doch die "Macht der Kolonisten" (nicht nur in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für GANZ Paraguay) wird durch den Erfolg, die Regierung in die Knie gezwungen zu haben, weiter wachsen! ZUVIELE Probleme haben sich seit Jahren angesammelt. Von jeder neuen Regierung werden wohl immer wieder Lösungen versprochen, aber halt lediglich versprochen. Und "versprechen" kann sich ja schliesslich jeder, besonders wenn er überwiegend damit beschaeftigt ist, das "Restguthaben" des Staates in SEINE Taschen zu füllen! 10 Jahre "Demokratie" in Paraguay hat unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt nur zu einer "Selbstbedienung" in ungeahntem Ausmass geführt. Und wer es jetzt in Asuncion immer noch nicht begriffen hat, dass man seine beste Milchkuh nicht schlachten kann, der wird wohl bald sein Frühstück in Petropolis oder sein Mittagessen in Buenos Aires zu sich nehmen müssen! Und seit dem Pinoche-Urteil in London ist in Zukunft auch das nicht einmal mehr so sicher. Manchem wird noch der Brocken im Hals stecken bleiben, den er in den letzten Jahren im Übermass "gefressen" hat. Die Kolonisten haben den "Aufstand" geprobt - erfolgreich -, im Gesundheitswesen wächst die Protestbewegung. Es war ein Anfang und es war ein Signal - wehe die Zusagen aus Asuncion werden nicht eingehalten ! Die Solidarität der Väter und Grossväter keimt noch in jedem Kolonisten (man denke nur an die vielen Einrichtungen in den Kolonien, die auf diesem Prinzip aufgebaut wurden und FUNKTIONIEREN!) und hat durch die tractorazo am 11. Oktober 1999 einen guten Nährboden für weitere Aktionen gefunden! e-mail: mosquito@itapua.net |
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