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Das Projekt "Paso Tuyá"

1. Projektinhalt

Das Projekt Paso Tuyá ist ein integriertes Siedlungsprojekt im Departement Concepcion, welches zu den ärmsten und rückständigsten Gebieten des Landes gehört. Zu den Hauptbestandteilen des Projektes gehören
a) Die Unterstützung armer Kinder im Gesundheits- und Bildungsbereich und zwar unabhängig von Völkergruppen und Herkunft
b) Die Organisation und Unterstützung armer Kleinbauern im Einzugsgebiet des Projektes, ebenfalls unabhängig von Völkergruppen und Herkunft
2. Entstehungsgeschichte

Die Siedlung "Paso Tuyá" (alter Weg) im Departement Concepcion wurde im Jahre 1978 durch den deutschen Jesuitenpater Wendelin Gruber gegründet. Zusammen mit einem argentinischen Grossgrundbesitzer tätigte er in diesem Gebiet Landkäufe für deutsch-brasilianische Siedler. Zu dieser Zeit bestand Paso Tuyá praktisch nur aus Urwald.

Die aus sehr armen Verhältnissen stammenden Familien - alle deutscher Abstammung, jedoch bereits in Brasilien geboren - hatten in ihrer brasilianischen Heimat keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr: ihr Land lag an den steilen Abhängen der Berge Südbrasiliens (Santa Catarina und Rio Grande do Sul) und war zum kultivieren nicht geeignet. Expansionsmöglichkeiten waren für die kinderreichen Familien kaum vorhanden. Dies bewog eine Gruppe, dem Jesuitenpater zu folgen und nach Paraguay zu ziehen.

Etwa zehn Jahre später erhält diese Gruppe von anfänglich etwa zwanzig Familien eine erste Hilfe aus Bayern: Durch Vermittlung eines Deutschen Rinderfarmbesitzers wurde ihnen eine Telefonstation geschenkt, die erste im Umkreis von über 50 km. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Gruppe unter der Obhut des Jesuitenpaters Gruber ziemlich isoliert gelebt, sie sprachen weder Spanisch noch die Einheimischensprache Guarani.

Nachdem es gelungen war, das "Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" für ein Entwicklungsprojekt zu bewegen, wurden in dessen Auftrag verschiedene Projektvorschläge ausgearbeitet. Im Jahre 1987 beginnt die Alfons Goppel-Stiftung, welche ihrerseits Mittel des erwähnten Bayerischen Staatsministeriums erhält, mit dem Aufbau einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, welche den Siedlern ermöglichen soll, Betriebsmittel günstiger einzukaufen, ihre Produkte besser zu vermarkten sowie eine Spar- und Kreditorganisation aufzubauen. Die Alfons Goppel-Stiftung wurde eingeschaltet, weil es dem Bayerischen Staatsministerium nicht erlaubt ist, Mittel direkt im Ausland einzusetzen, auch wenn es sich um Entwicklungshilfegelder handelt. Jegliche finanziellen Zuwendungen müssen ausschliesslich über in Bayern ansässige Organisationen getätigt werden. Das Ministerium kanalisiert also seine Mittel für die Entwicklung Paraguays über die Stiftung und gibt auch vor, wie diese Mittel eingesetzt werden sollen.




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