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Das Projekt "Paso Tuyá"

Beilage A: Hintergrundbericht "Die Unterstützung der Indianer"

Autor: Bruno Brack, Projektleiter der Alfons Goppel-Stiftung in Paraguay

Nach langem Hin und Her boten wir ihnen eine Arbeit an, die wir zu machen nicht imstande seien, weil wir nicht über die notwendigen Arbeitskräfte verfügen. Für die Brückenwaage der Genossenschaft musste eine Grube ausgehoben werden. Die Gegenleistung von uns seien Esswaren aus dem Laden der Kooperative. Jeder setzte seinen Preis fest; keine Almosen, keine Geschenke, sondern Leistung und Gegenleistung. Warum wir nicht mit den anderen Siedlern die Arbeit machen wollen, fragten sie. Die sind nicht verfügbar, die arbeiten auf den Feldern, entgegneten wir.

Wir versuchten, ihnen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit klar zu machen, die Vorteile der Genossenschaft zu erläutern, die Notwendigkeit einer Beratung und Unterstützung in der für sie ungewohnten Landwirtschaft und Viehzucht.

Ihren eigenen Regeln folgend, berieten sie sich untereinander und kamen am folgenden Tag mit der Antwort, sie würden die Arbeit ausführen, jedoch erst, nachdem sie eine Probe machen könnten, denn der Boden sei nach der monatelangen Trockenheit sehr hart. Womit sie recht hatten. Der Preis für die Arbeit wurde erhöht, und es konnte begonnen werden.

Die Genossenschaft beschloss, einen Teil des Kredites, der vom Projekt zur Verfügung stand, für die Installation einer 6o-TonnenWaage zu verwenden, um die Einlagerung und den Verkauf der Ernten zu vereinfachen. Dazu musste als erstes eine Grube ausgehoben werden. Eine Woche nach der Zusage war bereits die Hälfte der Arbeit getan, wobei die Technik bemerkenswert ist: anstatt von oben nach unten zu graben, machen es die Mbyá umgekehrt. Nachdem ein erstes, etwa ein Meter tiefes und ebenso breites Loch gegraben wurde, wird unten von der Seite her ausgehoben, dann von oben her "abgestochen", so dass die harte Erde in grossen Klötzen abbricht und in dieser Form einfach aus der Grube geschafft werden kann.

Die anfänglich harzig verlaufende gegenseitige Annäherung wurde allmählich durch eine Mischung zwischen Neugier und Hoffnung abgelöst - beidseitig. Vielen Siedlern war es neu, dass die Indianer auch arbeiten können. Und ein Versprechen halten können.



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