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Das Projekt "Paso Tuyá"

Beilage A: Hintergrundbericht "Die Unterstützung der Indianer"

Autor: Bruno Brack, Projektleiter der Alfons Goppel-Stiftung in Paraguay

In erster Linie müssen wir unbedingt der Tragödie der Kindersterblichkeit beikommen. 1988 sind in dieser Kolonie 32 Kinder an Infektionskrankheiten gestorben! Dabei sind die meisten dieser Krankheiten mit einer sehr einfachen Behandlung heilbar oder können mit einer entsprechenden Schutzimpfung verhindert oder zumindest drastisch reduziert werden.

Die deutsch-brasilianischen Siedler sind nicht alle erfreut über die Teilnahme der Indianer am Projektgeschehen. Bisher sind sie sich gegenseitig aus dem Weg gegangen. Bis vor kurzem wurden sogar noch Fallen gestellt, um den Indianern den Weg durch die Felder zu versperren.

Die wohl grösste Sorge ist, dass wir das für Moseldorf vorgesehene Geld zu stark für "andere" ausgeben könnten...

Unter der Mitwirkung des INDI, Instituto del Indigena (Indianer - Institut, staatliche Organisation für die Indianerbetreuung) wollen wir ein Programm für die Bewohner des Reservates ausarbeiten, das in erster Linie die folgenden Aspekte berücksichtigt:

1. Gesundheitswesen

2. Schule

3. Landwirtschaft und Viehzucht

4. Arbeitsmarkt ausserhalb des Reservates.

Ernährung und Hygiene sind weitere Themen, die unbedingt mit allem Nachdruck behandelt werden müssen. Dr. Julio Cesar Barrios, der seine Arzttätigkeit im Mai aufnimmt, wird einen grossen Teil seiner Arbeit den Einheimischen widmen müssen. Und im landwirtschaftlichen Bereich wird sich Ing. agr. F. Elmiger (Projektkoordinator) oder ein SEAG-Extensionist (landwirtschaftlicher Berater des "Servicio de Extension Agricoila - Ganadera", staatliche landwirtschaftliche Dienststelle) den Problemen dieser vernachlässigten Bevölkerungsschicht annehmen müssen.

Wir werden nicht darum herum kommen, unsere Anstrengungen in der Indianersiedlung zu vervielfachen, um einen Anschluss dieser Bewohner an die Siedlung vollziehen zu können.

Andernfalls wird es zu einer Isolierung kommen, die früher oder später in einer Konfrontation enden wird. In kurzer Zeit wird den Indianern nur noch das Stehlen als einziger Ausweg zum Überleben bleiben. Das kann und muss verhindert werden.

Sie können es verhindern!

Paraguay, im März 2001

Bruno Brack



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