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Das Projekt "Paso Tuyá"
III. Finanzierung des Projektes zur Unterstützung der Indianersiedlungen
2. Heutige Situation
Die unterstützten deutsch-brasilianischen Siedler haben sich in diesem Zeitraum soweit entwickelt, dass sie in der Lage sind, weitgehend für sich selbst zu sorgen und bedürfen nur noch minimaler zusätzlicher Unterstützung, vor allem im organisatorischen Bereich, welcher durch einen reduzierten Beitrag des Landwirtschaftsministeriums und Eigenmittel der Alfons Goppel-Stiftung abgedeckt werden können.
Anders sieht es bei den Indianersiedlungen aus, welche weiterhin auf externe Hilfe angewiesen sind.
Mit dem Ausbau der nahen Nord-Süd-Verbindungsstrasse, welcher dank einem internationalen Kredit zustande kam, wurden 1995 der Regierung in Paraguay Auflagen gemacht, die im Einzugsgebiet der Strasse ansässigen Indianer mit einem Entwicklungsprogramm zu betreuen. Zu den geförderten Bereichen gehörten ebenfalls die medizinische Versorgung und die Unterstützung der Schulen. Also dieselben Bereiche, die bisher von der Stiftung gefördert wurden. Dieses Regierungsprogramm stellte für das Projekt in personeller wie auch in finanzieller Hinsicht eine Erleichterung dar. Diese Arbeiten wurden von den Projektverantwortlichen gerne an die Regierung abgegeben, bestanden doch genügend andere Schwierigkeiten und Bedürfnisse im Paso Tuyá.
In der Folge wurde der Kostenvoranschlag für die Indianersiedlungen massiv reduziert, im Glauben, diese Programme würden fortan von der Regierung weiter geführt. Die Stiftung kümmerte sich in den Programmen für Bildung und Gesundheit noch lediglich um die Fortschrittskontrolle und auf die Unterstützung derjenigen Indianer, welche inzwischen die Sekundarschule besuchten.
Leider war das Gastspiel der Regierung von sehr kurzer Dauer. Im Februar 2000 stellte sie die Betreuung der Indianersiedlungen ein. Die enormen Finanzschwierigkeiten der Regierung Paraguays machen sich überall bemerkbar, vor allem in Landregionen. Diejenigen, welche am weitesten von der Hauptstadt entfernt sind und sich am wenigsten wehren können, haben am stärksten darunter zu leiden.
Die Caciques der Indianersiedlungen haben beim kürzlichen Besuch des Projektleiters dringend darum gebeten, die Hilfe nicht einzustellen. Sie benötigen weiterhin Unterstützung bei der medizinischen Versorgung, zur Fortführung der Erziehungsprogramme, bei den Programmen zur Sicherung der Ernährung (Subsistenzwirtschaft) und Renditekulturen (zur Erlösung eines minimalen Einkommens)
Die medizinische Betreuung kann durch Fachkräfte gewährleistet werden, die bereits im Projektgebiet tätig sind. Zurzeit stehen eine Krankenschwester, ein Krankenpfleger und eine Hebamme zur Verfügung. Diese können alle ein bis zwei Monate die Siedlungen besuchen, um den Gesundheitszustand der Bewohner festzustellen und ambulante Eingriffe vorzunehmen, was mit relativ geringem finanziellen Aufwand zu machen ist. Schwerere Krankheitsfälle müssen in den Bezirksspitälern behandelt werden, wozu meistens eine weiterführende finanzielle Unterstützung notwendig ist (Transport, Betreuung, Medikamente, Arztkosten, Spitalkosten etc.)
Im Erziehungswesen geht es vor allem darum, die Primarschulklassen weiterzuführen. Nachdem die Stiftung in den ersten Jahren praktisch sämtliche Kosten für den Bau und die Ausstattung der Indianerschulen und der Gesundheitsposten übernommen hat, zahlt der Staat seit ein paar Jahren zumindest einen Teil der Löhne für die Lehrer. Ein Lehrergehalt beläuft sich derzeit auf etwa CHF 450.- pro Monat. Alle Lehrer - drei in Azotey und einer in Kora'i - nehmen an einem mehrjährigen staatlichen Programm zur Fortbildung von Lehrkräften teil, deren Kosten teilweise von der Stiftung getragen werden. Diese Ausbildung findet jeweils an zwei Wochenenden des Monats sowie während den Schulferien (November bis März) statt. Der Lehrer in Kora'i hat zudem noch seine Grundausbildung zum Lehrer abzuschliessen, für welche er von der Stiftung ein Stipendium erhält.
Die Stiftung beteiligt sich weiterhin an den Kosten für Schulmaterialien und teilweise für Uniformen der Schüler. Die Uniformen wurden im Jahre 1998 infolge Geldmangels nicht gefordert, obwohl sie den grossen Vorteil haben, soziale Unterschiede zu nivellieren und allen Kindern ein vergleichbares Erscheinungsbild zu geben; vor den Kameraden wie auch vor den Lehrern.
Schliesslich wäre es wichtig, auch die landwirtschaftlichen Programme wieder aufzunehmen. Diese bestehen normalerweise aus den beiden Komponenten "Cultivos de subsistencia" (Kulturen zur Selbstversorgung wie weisser Mais, Madioka, Bohnen, Erbsen, Früchte, Gemüse, etc.) und "Cultivos de renta" (verkaufbare Kulturen wie Futtermais, Yerba Mate, Bohnen und andere).
Dazu sind keine riesigen Summen notwendig. Mit etwas Samen und einem Programm zur Betreuung und Begleitung kann Wesentliches getan werden um die Einkommens- und Ernährungssituation der Indianersiedlungen zu verbessern.
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